Re: NAV Produktion in der Blechverarbeitung

4. Januar 2013 10:55

vsnase hat geschrieben:...2. aus diesen Daten und ggf. einer Diplomarbeit eines Informatikers oder BWL-Logistikers ein entsprechendes Planungstool zu entwerfen. Beispielsweise hatte ich schon mal irgendwo gesehen wie man mit Visio die Produktion und deren Ablauf skizziert und auch steuern kann, evtl. ist auch der Projectserver für euch ein passendes Tool. Mit dem eingesetzten ERP hat euer Problem aber in meinen Augen nichts zu tun, allerdings bin ich kein Produktionsmensch, sondern nur "Händler".


Visio, und insbesondere Project würde ich für eine Produktionsplanung nicht nehmen, wenn im ERP schon Grundzüge vorhanden sind.
Insbesondere Projectserver. Da kannst Du gleich die 80k Branchenlösung nehmen. Auf lange Sicht ist Project, insb. im Zusammenspiel mit Projectserver, teurer. (imho!)
Das ist eher für Dienstleister mit Projektgeschäft gedacht, nicht für 6 Mann Blechverarbeitungsproduktion. (BizTalk hat eine ähnliche Dimension, für die Leute denen das ein Begriff ist.)
Aus der Erfahrung "hier" wird immer über den MS Projectserver mit Anbindung an einem ERP-System geflucht ;-)

Aufgrund des Threadverlaufs tendiere ich eher vorzuschlagen, dass Du die hier (auch selbstgenannten) Vorschläge/Anmerkungen mitnimmst und entsprechende Kalkulationen machst, bzw. machen lässt, und dann die Entscheidung Deinen Geschäftsführer machen lässt. Er muss ja dafür im Endeffekt das Geld freigeben. Und wichtig: Günstig ist nicht immer gut/optimal für Eurer Geschäft.

"Kleine" ERP-Systeme haben einen entscheidenen Nachteil: Wer garantiert, dass es die herstellende Firma in 3 Jahren noch gibt?

Re: NAV Produktion in der Blechverarbeitung

4. Januar 2013 11:01

vsnase hat geschrieben:Nicht für jedes Problem braucht man Berater und ohne selbst klar zu definieren was man will kommt bei einem Berater auch nur Müll oder eine Baustelle raus.


Korrekt, aber: woher weiss ein Kunde, dass das was er will, wirklich "gut" für ihn ist? Gut im Sinne im Einklang mit der Gesamtunternehmensstrategie, die der Kunde innerhalb einer Unternehmensplanung erstellt hat?
Es gibt ein Unterschied zwischen "do the right things" und "do the things right".

Wenn die Geschäftsleitung definiert, was sie will und der IT-Dienstleister setzt es um, dann läuft das Ganze auf "do the things right" (operatives Ziel).
Daher sollte die Geschäftsleitung allg. eine Gesamtfirmenphilosophie haben und im Einklang damit eine IT-Strategie definieren (hier könnte eine Strategieberatung nützlich sein).

Erst wenn man eine sinnvolle Strategie hat, kann man abschätzen, ob das was man sich in der IT wünscht, wirklich dem Unternehmen nützt => "do the right things".
Es sieht auf dem ersten Blick so aus, als ob die Firma des Threaderöffners Nachholbedarf in der Abwägung operative vs. strategische Ziele hat.

vsnase hat geschrieben: Aber ich glaube die Antwort wurde im ersten Post doch schon selbst gegeben:
uwcken hat geschrieben:Wir haben aktuell kein Produktionsplanungsystem bzw. kein Produktionsmodul in NAV lizenziert. Wir nutzen auch kein anderes PPS. Wir haben nur Stücklisten die aus dem NAV ausgedruckt werden. Hier werden Materialverbräuche und Arbeitszeit notiert und händisch zurückgebucht. Alles läuft sehr unkoordiniert und es gibt absolut heftige Schwankungen. Die eine Woche können nicht mal mehr zwei einfache Teile gefertigt werden. Es heißt wir sind voll ausgelastet. Zwei Tage später müssen Mitarbeiter nach Hause geschickt werden, weil keine Arbeit anliegt. Also ein klares Zeichen mangelnder Planung.


Wenn man selbst nicht weiß, wie lange ein Arbeitsschritt oder Materialbeschaffung dauert, dann nutzt das beste Planungstool nix. Ich würde mir im vorliegenden Fall 1. einen Refa-Fachmann (heißen die so?) holen und jeden einzelnen Arbeitsschritt mal zeitlich erfassen lassen und 2. aus diesen Daten und ggf. einer Diplomarbeit eines Informatikers oder BWL-Logistikers ein entsprechendes Planungstool zu entwerfen. Beispielsweise hatte ich schon mal irgendwo gesehen wie man mit Visio die Produktion und deren Ablauf skizziert und auch steuern kann, evtl. ist auch der Projectserver für euch ein passendes Tool. Mit dem eingesetzten ERP hat euer Problem aber in meinen Augen nichts zu tun, allerdings bin ich kein Produktionsmensch, sondern nur "Händler".

Volker


Korrekt, bin völlig d'accord.
Entweder man hat ausreichend Zeit und holt sich jemanden, der im Rahmen einer Diplom-, Bachelor-, Master-, Doktor- oder wie auch immer Arbeit das Ganze Sammelsurium technisch und betriebswirtschaftlich analysiert und der Geschäftsleitung mehrere Handlungsempfehlungen samt Alternativen als Ergebnis präsentiert.
Oder man hat es eilig und sieht sich nach einer mittelständischen Strategieberatung mit Spezialisierung auf Produktion, Logistik (allg. SCM) um.

EDIT: das habe ich nach 3 Min Amazonsuche gefunden:
http://www.amazon.de/IT-Unternehmensarc ... 46&sr=8-32

Zitat eines Rezensenten:
... Es geht bei ihm um Architektur im ganz-Großen, jenseits (cooler) Technologien, Frameworks oder Programmiermuster. Das macht den meisten Softwerkern weniger Spaß - erklärt aber die Sichtweise vieler IT-Manager und -Entscheider... und diese geben üblicherweise uns Technikern die Budgets

EDIT 2: tinyurl.com/bgcy4pe
Zuletzt geändert von Freestyler am 4. Januar 2013 16:47, insgesamt 1-mal geändert.

Re: NAV Produktion in der Blechverarbeitung

4. Januar 2013 11:28

Freestyler hat geschrieben:Korrekt, aber: woher weiss ein Kunde, dass das was er will, wirklich "gut" für ihn ist? Gut im Sinne im Einklang mit der Gesamtunternehmensstrategie, die der Kunde innerhalb einer Unternehmensplanung erstellt hat?
Es gibt ein Unterschied zwischen "do the right things" und "do the things right".

Wenn die Geschäftsleitung definiert, was sie will und der IT-Dienstleister setzt es um, dann läuft das Ganze auf "do the things right" (operatives Ziel).
Daher sollte die Geschäftsleitung allg. eine Gesamtfirmenphilosophie haben und im Einklang damit eine IT-Strategie definieren (hier könnte eine Strategieberatung nützlich sein).

Erst wenn man eine sinnvolle Strategie hat, kann man abschätzen, ob das was man sich in der IT wünscht, wirklich dem Unternehmen nützt => "do the right things".
Es sieht auf dem ersten Blick so aus, als ob die Firma des Threaderöffners Nachholbedarf in der Abwägung operative vs. strategische Ziele hat.


Naja, der Berater weiß auch nicht was gut für den Kunden ist, sondern hat auch nur eine Meinung. Den schwarzen Peter hat am Ende wieder der Kunde und dessen GF, die die Entscheidungen treffen müssen. Dazu kommt auch die Grundvoraussetzung einen Vorschlag eines Beraters auch annehmen zu wollen. Meine Erfahrung mit Beratern ist, dass das Wissen um die Lösung eigentlich immer im Unternehmen vorhanden ist, aber erst dann als Lösung von Vorgesetzten angenommen wird, wenn diese nach vielen Analysen, Workshops mit den Angestellten und Mitarbeitergesprächen von einem externen Berater als Non-Plus-Ultra präsentiert wird und am Ende einige tausend Euro gekostet hat.

Den Ansatz, die IT-Abteilung erst mal los zuschicken, damit Sie sich umsieht was der Markt bietet ist in meinen Augen übrigens auch nicht verkehrt, da genau diese Abteilung nachher ein solches System betreuen und akzeptieren muss, womit wenigstens schon mal die erste Abteilung überzeugt wäre.

Zum Problem selber fällt mir übrigens ein, ob man sich nicht mal bei Anbieter für CAD-Systeme oder Prototypen/Modellbau umsehen sollte, ob es nicht dort passende Tools oder Erweiterungen gibt, die passen könnten.

Re: NAV Produktion in der Blechverarbeitung

4. Januar 2013 12:19

Ich bin kein Entwickler. Ich beschäftige mich damit mit möglichst wenig monetären Aufwand viel zu erreichen. Dazu möchte ich das vorhandene NAV am liebsten bestehen lassen.

Wenn ich 80000 € für Produktion und 6 Mitarbeiter im Verhältnis zu 220000 € für NAV 2013 Update für 124 Mitarbeiter stelle ich mir halt Fragen.

Die ersten Angebot zeigen aber dass ich mit anderen Lösungen an der 50000 € Marke kratze und mir ein zweites System an die Backen hole (welches dennoch komplett selbstständig laufen könnte (es wird keine Schnittstelle zwischen den Systemen gebraucht))

Ich frage in einem technischem Forum, weil die Berater verkaufen möchten. Ihr könnt mir hier dagegen offen sagen was NAV gut kann und was nicht. Ihr könnt mir auch entsprechende Module empfehlen gerade was mein Variantenproblem (Längen) angeht.

Was ich brauche ist mir vollkommen bewusst und auch wie es aussehen könnte. Die Datenbasis dafür (Arbeitsgänge, Ressourcen etc.) fehlt, weil nur Kopfplanung vorhanden ist.

Ich weiß das Produktion ziemlich komplex ist und man das nicht aus dem Ärmel schüttelt.

Re: NAV Produktion in der Blechverarbeitung

4. Januar 2013 12:21

JanGD hat geschrieben:Aufgrund des Threadverlaufs tendiere ich eher vorzuschlagen, dass Du die hier (auch selbstgenannten) Vorschläge/Anmerkungen mitnimmst und entsprechende Kalkulationen machst, bzw. machen lässt, und dann die Entscheidung Deinen Geschäftsführer machen lässt. Er muss ja dafür im Endeffekt das Geld freigeben. Und wichtig: Günstig ist nicht immer gut/optimal für Eurer Geschäft.

"Kleine" ERP-Systeme haben einen entscheidenen Nachteil: Wer garantiert, dass es die herstellende Firma in 3 Jahren noch gibt?


Genau das mache ich :)

Btw. Ich bin nicht in der IT Abteilung ;) Ich bin nur für dieses Thema da!

Re: NAV Produktion in der Blechverarbeitung

5. Januar 2013 21:38

uwcken hat geschrieben:
JanGD hat geschrieben:Aufgrund des Threadverlaufs tendiere ich eher vorzuschlagen, dass Du die hier (auch selbstgenannten) Vorschläge/Anmerkungen mitnimmst und entsprechende Kalkulationen machst, bzw. machen lässt, und dann die Entscheidung Deinen Geschäftsführer machen lässt. Er muss ja dafür im Endeffekt das Geld freigeben. Und wichtig: Günstig ist nicht immer gut/optimal für Eurer Geschäft.

"Kleine" ERP-Systeme haben einen entscheidenen Nachteil: Wer garantiert, dass es die herstellende Firma in 3 Jahren noch gibt?


Genau das mache ich :)

Btw. Ich bin nicht in der IT Abteilung ;) Ich bin nur für dieses Thema da!


Ist zwar OT, aber vielleicht für dich interessant:

http://www.heise.de/ix/news/foren/S-Re- ... 5761/read/

und der dazu gehörende Hauptartikel:

http://www.heise.de/ix/meldung/Gescheit ... 77016.html

Einerseits kann man bei einem "Beratungsunternehmen" wie Avanade ziemlich auf die Schnauze fallen.
Andererseits könnte man sich mit den von dir favorisierten, kleinen ERP-Lösungen ziemlich ins Bein schiessen, wenn sie so "gut" sind, wie das im ersten Link von einem heise.de Leser beschrieben wurde - basierend auf einer Firebird Datenbank.
Deshalb Augen auf bei der Auswahl des Microsoftpartners und auch bei der Auswahl der kleinen, produktionslastigen ERP-Lösung, die du in Zukunft neben NAV einsetzen willst ;-)

EDIT:
http://www.heise.de/ix/news/foren/S-Re- ... 6727/read/

Zitat daraus:
"Das seh ich aber bei SAP, Navision und fast allen anderen großen Plattformen nicht anders. Für Serienfertiger sind die meistens nach einer gewissen Anpassungszeit durchaus von Vorteil, kleinere Varianten- oder Einzelfertiger benutzen nur das Nötigste oder scheitern an der Komplexität"


EDIT 2:
... aber für
die meisten KMU Betriebe sind vollwertige ERP Systeme wie AvERP
sowieso ein kompletter Overkill.

Was hilft es, wenn man mit 5 bis 10 Mitarbeitern in der Verwaltung
1200 Averp Masken hat, von denen man gerade mal 20 bis 30 mehr oder
weniger kennt.

Schön, das die Software automatisch zum Produktionsbeginne Material
bestellen kann, aber wie soll das gehen ohne Stücklisten und ohne
Fertigungsaufträge?
Zuletzt geändert von Freestyler am 6. Januar 2013 11:49, insgesamt 3-mal geändert.

Re: NAV Produktion in der Blechverarbeitung

5. Januar 2013 22:01

basierend auf einer Firebird Datenbank


Zur Ehrenrettung von Firebird muss ich anmerken, das diese DB sehr wohl Transact SQL beherrscht. Wenn der Programmierer das allerdings nicht beachtet, funktioniert das halt nicht. Genauso wenig wie das in NAV funktioniert wenn dort Programmierer unmotiviert COMMITs im Programm verteilen, weil ihnen das gerade sinnvoll erscheint. :twisted:

Gruß, Fiddi

Re: NAV Produktion in der Blechverarbeitung

7. Januar 2013 09:20

Freestyler hat geschrieben:
Ist zwar OT, aber vielleicht für dich interessant:

http://www.heise.de/ix/news/foren/S-Re- ... 5761/read/

und der dazu gehörende Hauptartikel:

http://www.heise.de/ix/meldung/Gescheit ... 77016.html

Einerseits kann man bei einem "Beratungsunternehmen" wie Avanade ziemlich auf die Schnauze fallen.
Andererseits könnte man sich mit den von dir favorisierten, kleinen ERP-Lösungen ziemlich ins Bein schiessen, wenn sie so "gut" sind, wie das im ersten Link von einem heise.de Leser beschrieben wurde - basierend auf einer Firebird Datenbank.
Deshalb Augen auf bei der Auswahl des Microsoftpartners und auch bei der Auswahl der kleinen, produktionslastigen ERP-Lösung, die du in Zukunft neben NAV einsetzen willst ;-)

EDIT:
http://www.heise.de/ix/news/foren/S-Re- ... 6727/read/

Zitat daraus:
"Das seh ich aber bei SAP, Navision und fast allen anderen großen Plattformen nicht anders. Für Serienfertiger sind die meistens nach einer gewissen Anpassungszeit durchaus von Vorteil, kleinere Varianten- oder Einzelfertiger benutzen nur das Nötigste oder scheitern an der Komplexität"


EDIT 2:
... aber für
die meisten KMU Betriebe sind vollwertige ERP Systeme wie AvERP
sowieso ein kompletter Overkill.

Was hilft es, wenn man mit 5 bis 10 Mitarbeitern in der Verwaltung
1200 Averp Masken hat, von denen man gerade mal 20 bis 30 mehr oder
weniger kennt.

Schön, das die Software automatisch zum Produktionsbeginne Material
bestellen kann, aber wie soll das gehen ohne Stücklisten und ohne
Fertigungsaufträge?


Danke! Sehr interessant!