[Gelöst] Umlagerung auf EU-Lagerort

28. Januar 2014 13:00

Hallo zusammen,

ein deutscher Kunde von mir möchte einen neuen Lagerort in UK anlegen.
Da die Ware auf diesem Lagerort in seinem Besitz bleibt, möchte er die Mengen per Umlagerungsauftrag systemseitig dorthin bringen.
Nun muss ich feststellen, dass die vom Gesetzgeber erforderlichen Meldungen...

a) Zusammenfassende Meldung (für innergemeinschaftliche Umlagerungen ins EU-Ausland)
b) Umsatzsteuervoranmeldung für sämtliche Umlagerungen

... von Navision in keinster Weise betrachtet werden (da bei Umlagerungen keine MwSt-Posten entstehen).
Kennt jemand dieses Problem (und weiß evtl. sogar Abhilfe)?

MfG
Zuletzt geändert von *AGM* am 6. Februar 2014 14:32, insgesamt 1-mal geändert.

Re: Umlagerung auf EU-Lagerort

28. Januar 2014 13:38

Ist das ein Konsignationslager? Dafür gelten Sonderbestimmungen, siehe hier.

Re: Umlagerung auf EU-Lagerort

28. Januar 2014 14:35

Ja, es handelt sich um ein Konsilager.
Die Ware befindet sich weiterhin im Besitz des in Deutschland ansässigen Kunden.
Verkauft wird die Ware aus dem Lager "UK" auch nur an Endkunden in UK.

der erste Praxishinweis unter Punkt 5 ist für mich (für den Kunden) entscheidend:

Praxishinweis:

Nach deutschem Verständnis tätigt der in Deutschland ansässige Unternehmer eine innergemeinschaftliche Lieferung an sich selbst („Verbringen“). Folge: Der Unternehmer muss das Verbringen an sich selbst in seiner deutschen Umsatzsteuererklärung und deutschen Zusammenfassenden Meldung erklären.


Die Frage lautet also: Wie können Umlagerungen im Navision gemeldet werden (UstVa und ZM)?

Gruß

Re: Umlagerung auf EU-Lagerort

28. Januar 2014 15:40

Wenn der Steuerberater nichts dagegen hat, würde ich das so machen:

Dummydebitor für den Lagerort mit eigener Buchungsgruppenschlüsselung anlegen, mit separater MWST-Buchungsgruppe für 0 %, statt der Erlöskonten werden über separate Geschäftsbuchungsgruppe innerbetriebliche Verrechnungskonten zugeordnet.

Für die Abklemmung der OP-Verwaltung (Forderungskonto) eine separate Debitorenbuchungsgruppe mit eigenem Konto, da aus diesen Transaktionen keine Forderungen entstehen. In den Pro-Forma-Rechnungen als Bemessungsgrundlage für diese fiktiven Umsätze bei den Artikeln den Nettoeinkaufspreis ansetzen.

Das müsste für die Umsatzsteuer und die Meldungen genügen, die Verrechnungskonten kann man dann für die Korrekturen bei den Ertragssteuern beim unternehmensinternen innergemeinschaftlichen Verbringen (Link) auswerten.

Re: Umlagerung auf EU-Lagerort

28. Januar 2014 16:15

Hallo Kai,

erst einmal danke für deinen Vorschlag.

Was ich noch nicht verstehe ist...ich habe doch beim Umlagerungsprozess gar keinen Debitor!?

MfG

Re: Umlagerung auf EU-Lagerort

28. Januar 2014 16:25

*AGM* hat geschrieben:Was ich noch nicht verstehe ist...ich habe doch beim Umlagerungsprozess gar keinen Debitor!?

Umlagerungsbuchblatt/-aufträge werden nicht benutzt, der Dummydebitor ist das Lager selber, und alles wird dann wie sonst auch über Auftrag oder Rechnung an diesen verarbeitet. Damit ist nach der Lieferung die Ware umgelagert bzw. für die Meldungen verbracht. Wenn dann später der UK-Lagerort den Wareneingang bestätigt, kann man das in diesen Lagerort einbuchen.

Re: Umlagerung auf EU-Lagerort

28. Januar 2014 17:52

Und nochmal danke für den Vorschlag.

Dieser Weg sorgt hier grade für ne Menge Gesprächsstoff :)

Ich werde dich auf dem Laufenden halten für welchen Weg wir uns entscheiden (bzw. der Kunde).

P.S. Ich persönlich finde es trotzdem eigenartig, dass Umlagerungsbuchungen keine Beachtung in der UstVA und der ZM finden.

Gruß

Re: Umlagerung auf EU-Lagerort

6. Februar 2014 11:06

Hallo Kai,

wir (der Kunde) haben uns für den von dir vorgeschlagenen Weg entschieden.
Er wünscht sich zwar noch ein paar Anpassungen um den Prozess zu erleichtern
aber das sind keine unmöglichen Wünsche.

Ich danke dir nochmal für die Unterstützung!

Gruß

Re: [Gelöst] Umlagerung auf EU-Lagerort

22. Mai 2019 16:43

Kennt jemand ein Add-on, um solche Fälle bei allen Arten von Lieferungen an Konsiläger (Inland, EU, Drittland) ohne Klimmzüge steuerrechtlich einwandfrei abzubilden?
Oder ein anderes, besseres Verfahren als das seinerzeit von mir vorgeschlagene :wink: ?

Nachtrag: Neu ab 1.1.20
Quick Fix zu innergemeinschaftlichen Lieferungen – Problem für innergemeinschaftliches Verbringen?
https://www.awb-international.de/oktober-2017/eu-kommission-zur-reform-des-eu-mehrwertsteuersystems/
betrifft auch Konsignationslieferungen bzw. Call-off Stock (letzteres als Lager auf dem Betriebsgelände des Kunden ohne MWST-ID im Gegensatz zum selbst geführten Konsignationslager mit MWST-ID)